Die Freigängerkatze und die Vogelgrippe

Für Freigängerkatzen herrscht vielerorts noch immer Freigangssperre, da die Behörden fürchten, Katzen könnten die Vogelgrippe verbreiten. Sie müssen sie also im Haus behalten. Was für Katzen ohne Verhaltensauffälligkeiten schon schlimm genug ist, kann die Probleme mit einer „Problemkatze“ noch verschlimmern. Was können Sie nun tun?

Der wichtigste Faktor ist Ihre verstärkte Zuwendung in Form von Spielen. Eine Freigängerkatze ist es gewohnt, lange draußen zu sein, sich viel zu bewegen, aber auch hochkonzentriert und geduldig auf ihre Beute zu warten. Ist sie über längere Zeit in der Wohnung eingeschlossen, müssen Sie die täglichen Spielzeiten erhöhen, um Ihrer Katze einen Ausgleich für die ausfallenden Jagdzeiten zu bieten.

Spielen Sie täglich mindestens vier- bis fünfmal mit ihr – mit der Zeit werden Sie ein Gefühl dafür bekommen, wie viel Spiel- und Jagdzeit Ihre Katze braucht. Vielleicht braucht sie weniger als eine Viertelstunde, aber dafür öfter; vielleicht braucht sie mehr Zeit, aber nur zwei- oder dreimal am Tag. Bieten Sie es ihr aber lieber einmal öfter an, als zu selten.

Spielen Sie aktiv Jagdspiele mit ihr. Aktiv heißt hier, dass Sie nicht einfach ein Bällchen werfen und die Katze sich dann selbst damit beschäftigen lassen. Sie müssen sich wirklich konkret mit der Katze beschäftigen. Basteln Sie sich Jagdspielzeug (z. B. ein Ball an einer Schnur oder ein Band an einen längeren Stock) und ziehen Sie den Ball oder den Stock mit dem Band hinter sich her durch die Wohnung. Verstecken Sie sich immer mal hinter einer Ecke und warten Sie, bis die Katze nachkommt. Auch wenn das manchmal zwei Minuten oder länger dauert – das gehört zum Jagen für die Katze dazu.

Der Katze gibt dies die Möglichkeit, ihr ganz normales Jagdverhalten zu üben: auf Geräusche zu horchen, zu lauern, sich anzuschleichen und schließlich zu springen. Sie werden erstaunt sein, wie genau sie vorher gehört hat, wo der Ball oder das Band zum Liegen gekommen ist, und wie gezielt sie nun draufspringt und dem Spielgerät einen „tödlichen“ Biss verabreicht. Diesen Jagdvorgang können Sie so lange wiederholen, bis die Katze keine Lust mehr hat.

Solche nachgeahmten Jagdspiele haben viele Vorteile für Ihre Katze: sie bleibt im Training in Sachen Horchen, Lauern, Springen und Beißen. Sie mobilisiert ihre gesamte Muskulatur bei diesen Bewegungen und kann ihre aufgestaute Energie loswerden. Nicht zuletzt festigt das Ganze auch noch die Bindung zwischen Ihnen beiden.

Packen Sie das Spielzeug aber nach jeder Spielepisode weg, damit die Katze sich daran nicht verletzen kann. Darüber hinaus sollten Sie wesentlich mehr als sonst auf die Hygiene in den Katzentoiletten achten und genügend Kratzmöglichkeiten in der Wohnung anbieten.

 

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